Konflikte im Südchinesischen Meer beobachten

Die 14. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft tagte vom 20. – 22. November 2014 in Ho Chi Minh City/Vietnam. Noch während der Veranstaltung warnte der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger davor, dass der Kampf um die Vorherrschaft im Südchinesischen Meer auch die deutsche Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte und er hat Recht.

Nach Expertenmeinung soll es bereits zu einer starken Militarisierung der Region gekommen sein. Auch die US Kommission für die Überprüfung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China  weist in ihrem jüngsten Bericht auf zahlreiche Zwischenfälle hin. Im Streit zwischen Japan und China um die  Inseln im Ostchinesischen Meer haben die Vereinigten Staaten klar Position bezogen und gegenüber der Regierung in Tokio ihre Bündnisverpflichtungen bekräftigt.

Im gesamten asiatischen Raum hat Deutschland erhebliche wirtschaftliche Interessen. So haben deutsche Unternehmen in China im Jahr 2014 knapp 39 Mrd. Euro direkt investiert. Im Gegenzug haben chinesische Unternehmen rund 3,1 Mrd. USD in Deutschland investiert. Das gleiche gilt auch für das im Außenhandelsranking bereits an 17.Stelle liegende Japan. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Japan ist stetig gestiegen. Die japanischen Importe aus Deutschland betrugen 2012 rund 17,1 Mrd. USD, nach 15,1 Mrd. USD im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 13,2%. Japanische Exporte nach Deutschland hatten 2012 ein Volumen von über 21,8 Mrd. USD.

Allein diese Zahlen zeigen, dass Deutschland im Falle eines Konflikts in der Region unmittelbar davon betroffen wäre. Sollten die Vereinigten Staaten außerdem gezwungen werden durch ihre Bündnisverpflichtungen in einen solchen Konflikt eingreifen zu müssen, hätte das zusätzliche Auswirkungen auf die deutschen Handelsbeziehungen und würde die Wirtschaft hierzulande erheblich beeinträchtigen.

Die in diesem Raum engagierten Unternehmen sollten ihre Geschäftsstrategien hinsichtlich möglicher Störungen überdenken um Produktionsverluste durch mangelnden Nachschub von den dort ansässigen Partnern zu minimieren. Auch die Exportwirtschaft kann von derartigen Ereignissen beeinflusst werden. Durch mögliche Sanktionsmaßnahmen auf der einen und einbrechende Absätze auf der anderen Seite. Die politische Entwicklung in diesem Raum sollte genau beobachtet und Ausweichstrategien entwickelt werden.