Indikatoren für Korruption im Unternehmen

Expertentip Jungermann

 

Im Rahmen einer Due Diligence stellt sich zunehmend die Frage, wie Korruptions-Risiken identifiziert werden können. Die Aufdeckung ist meist schwierig, da sich Korruption in aller Regel im Verborgenen abspielt. Die beteiligten Personen verbindet ein gemeinsames Geheimhaltungsinteresse. Die folgenden Punkte sollen Tipps aus der Praxis aufzeigen, die als „Indikatoren für Korruption“ hilfreich sein können:

  • Ungenügende Verwaltungs- und Kontrollkapazitäten
  • Unstrukturierter und nicht kontrollierter Beschaffungsprozess
  • Unsorgfältig geführtes Inventar
  • Unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhalts und unerklärliche oder nicht plausible Entscheidungen
  • Unerklärliche Verfahrensbeschleunigungen
  • Umgehung einer privaten oder öffentlichen Ausschreibungen bzw. Einholung nur eines Angebots (fehlende Angebotsvielfalt)
  • Aufgabenkonzentration auf eine Person (Vieraugenprinzip)
  • Mangelnde Rotation bezüglich korruptionsanfälligen Posten
  • Missachtung interner Weisungen
  • Missbrauch eines Ermessensspielraums
  • Unregelmäßige und unvollständige Berichterstattung
  • Außerachtlassung einer Genehmigung, Zustimmung oder Anhörung
  • Außentermine ohne plausiblen Anlass und Grund
  • Bevorzugung bestimmter Lieferanten / Vertragspartner
  • Unbegründete Änderung von der operativen Planung
  • Ungenaue, fehlerhafte und intransparente Buchführung
  • Unregelmäßigkeiten im Finanz- und Revisionsbericht
  • Unverhältnismäßig hohes Budget, unbegründete Budget-Überziehungen
  • Ungewöhnliche kurzfristige oder langfristige Ausgaben
  • Unangemessen hohe Provisionen/Löhne/Honorare, „zu viele Berater oder Vermittler“
  • Auffallend gut bezahlte Nebentätigkeiten (Vorträge, Gutachten)
  • Sponsoring, auch von Familienangehörigen (durch Lieferanten etc.)
  • Aufwändiger Lebensstil (Auto, Wohnen/Haus, Schmuck, Ferien,), persönliche Abhängigkeiten